Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Nebenan: Aserbaidschan

Ein Land im Umbruch (2). Gestaltung: Sabine Nikolay Aserbaidschan ist ein Land der Vielfalt und der Extreme: Sein Territorium zieht sich von den hohen Bergen des Kaukasus bis an das Kaspische Meer. Ewiges Eis gibt es dort ebenso wie die wüstenartige Halbinsel Absheron, die sich zum Meer hinzieht. Das Land verfügt über fruchtbare Böden auf denen Wein, Oliven, Granatäpfel und Gemüse gezogen werden, ausgedehnte Weiden für Schafe und Rinder, und dichte Wälder. Über die landschaftliche Schönheit ist jedoch wenig bekannt. Anders verhält es sich mit der pulsierenden Hauptstadt Baku, wo ein Bauboom für ständige Veränderung sorgt. Shopping Malls und Luxushotels entstehen ebenso wie Bürotürme und teure Wohnviertel. Die mit fester Hand regierende Familie Aliyev hat der Stadt eine Modernisierung verordnet, Baku verfügt inzwischen über eine beeindruckende Skyline. In der Sonne glänzende Hochhäuser prägen die Stadteinfahrt, über der Altstadt, die 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, leuchten die "Flame Towers": Luxushotel, Bürogebäude und Luxusresidenzen. Jenseits der Prachtstraßen liegen bescheidene Gebäude, die Armenviertel und ärmlichen Trabantenstädte am Rand der Metropole verschwinden gleich ganz hinter Mauern im Stil des alten Tempels von Atashgah. Dieses Heiligtum - zuerst der Zarathustra-Anhänger und später von Hindumönchen - liegt 30 km außerhalb der Stadt, ist einer der Touristen-Hotspots und fiel dennoch fast der Gier nach Öl zum Opfer als bereits Ende des 19. Jahrhunderts hölzerne Bohrtürme bis an die Mauern des Tempels gebaut wurden. Das schwarze Gold ist Ursache und Motor von fast allem in Aserbaidschan. Wie die Landschaft sind auch Architektur, Kultur und Gesellschaft vielfältig: Aserbaidschan ist ein weltlicher Staat. Religion gilt als Privatsache. Christen, Moslems und Parsen leben friedlich zusammen. Wer aufmerksam durch die Straßen Bakus geht, sieht aber zunehmend Frauen, die Kopftuch tragen, und auch nicht mehr jeder Mann schüttelt einer Frau zur Begrüßung die Hand. Die Aseris sind auf der Suche nach ihren eigenen Traditionen, Religion und Musik spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Hinterland hingegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dörfer, Weidenflächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe bilden einen Gegenpol zur pulsierenden Metropole Baku. Wie leben die Menschen in Aserbaidschan, und wie schaffen sie den Spagat zwischen kulturellen Traditionen und einer Standortbestimmung in Zeiten der Globalisierung? Welche Traditionen werden hochgehalten, welche Neuerungen verändern die Gesellschaft? Im Rahmen des Nebenan-Schwerpunkts besucht Sabine Nikolay Aserbaidschan und fügt ihre Eindrücke zu einem Länderporträt zusammen.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Hunter S. Thompson und der Gonzo-Journalismus: Mittendrin statt nur dabei Gefährliche Nähe Tom Wolfe Im "Fegefeuer der Eitelkeiten" Das Kalenderblatt 24.3.1756 Friedrich II. empfiehlt Kartoffeln Von Isabella Arcucci Hunter S. Thompson und der Gonzo-Journalismus: Mittendrin statt nur dabei Autor: Christian Schaaf / Regie: Martin Trauner Hunter S. Thompson war ein waffenverliebter Choleriker, der gerne wild um sich schoss und auch gerne mal mit Äxten warf. Er war aber auch ein präziser Beobachter des amerikanischen Zeitgeists von Mitte der 1960er bis in die 2000er Jahre hinein. Seine Gesellschaftsreportagen basieren auf Expeditionen zu Sportveranstaltungen, in die Casinos von Las Vegas und auf Tour-Erlebnissen mit Wahlkampf-Kandidaten, die Hunter Stockton Thompson meist unter Drogen- und Alkoholeinfluss beschrieb. Dabei kam ein ganz eigener Journalismus-Stil heraus: Der maximal subjektive Gonzo-Journalismus. Eine Form, die die Grenzen zwischen Journalismus und Literatur ins Wanken bringt. Tom Wolfe - im "Fegefeuer der Eitelkeiten" Autor: Herbert Becker / Regie: Susi Weichselbaumer Mehr als zehn Jahre lang war der 1931 geborene Tom Wolfe als Journalist für renommierte Zeitungen wie die "Washington Post" und die "New York Herald Tribune" tätig. In den 1960er Jahren begann er, Reportagesammlungen, Essays und andere kurze Texte zu veröffentlichen. Er entwickelte seinen ganz eigenen Stil, indem er journalistische Genauigkeit mit erzählerischen Elementen verband. Dieser Stil, "the New Journalism", zeichnet auch Wolfes ersten, im Jahr 1987 erschienenen Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten" aus. Er erzählt die Geschichte eines Wall-Street-Brokers, der auf dem Gipfel seiner Karriere beschuldigt wird, einen schwarzen Jugendlichen überfahren zu haben. Zum Verhängnis wird dem erfolgreichen Börsenmakler aber letztendlich nicht eine gerecht urteilende Justiz, vielmehr wird er zum Opfer sensationslüsterner Medien sowie zum Spielball politischer Ranküne. Eigentlicher Protagonist des Romans ist die Stadt New York mit ihren sozialen Extremen. Die intelligente und zugleich unterhaltsame Darstellung der urbanen Gesellschaft des Big Apple hat seit ihrem Erscheinen nichts an Aktualität verloren. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Diabetes

Ursachen und Folgen der Zuckerkrankheit (2). Gestaltung: Madeleine Amberger Die Krankheit ist tückisch. Sie beginnt schleichend, die ersten Symptome sind diffus. Man fühlt sich schlapp, bekommt vielleicht häufiger Schnupfen, verspürt mehr Durst als früher. Kaum jemand geht deswegen umgehend zum Arzt. Ein Fehler, denn diese Symptome können ein Alarmsignal für Diabetes sein. 50 Prozent der Erkrankungen bleiben über Jahre unentdeckt. Wenn endlich eine Diagnose gestellt wird, sind Gefäße und Organe bereits geschädigt. Dabei ist die Krankheit gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt wird. In Österreich sind mehr als 700.000 Menschen zuckerkrank. 90 Prozent leiden an Diabetes mellitus Typ 2, früher auch "Altersdiabetes" genannt. Mittlerweile werden die Diabetiker jedoch zunehmend jünger. Die Zahl der Erkrankten steigt weltweit an, auch in Österreich. Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung. In einem gesunden Organismus sorgt das, in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin dafür, dass die über die Nahrung aufgenommene Glukose - also der Zucker - aus dem Blut in die Zellen gelangt. Dort wird dieser als Energiestoff genutzt. Als Folge sinkt der Blutzuckerspiegel. Reagieren die Zellen nur schleppend auf das Signal, Zucker aufzunehmen, spricht man von Insulinresistenz. Wenn dieser Mechanismus völlig versagt, ist Zuckerkrankheit die Folge. Die gesundheitlichen Schäden reichen von Herzversagen und Schlaganfällen bis zu Blindheit, Nervenschäden und Beinamputation. Die Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 sind bekannt: Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Übergewicht. Studien zeigen jedoch, dass eine Änderung des Lebensstils erstaunliche Wirkung zeigt. Stark übergewichtige Diabetiker, die mehr als zehn Kilogramm abspeckten, konnten über einen Zeitraum von zwei Jahren ihre Blutzuckerwerte wieder normalisieren und auf Medikamente verzichten. Auch beim Diabetes mellitus Typ 1, der sehr viel weniger Menschen betrifft, steigt die Zahl der Erkrankungen. Allerdings rätseln Mediziner noch über die Gründe. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Körpereigene Zellen zerstören dabei die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Erkrankung macht sich meist schon im Kindes- und Jugendalter bemerkbar. Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar. Da es ohne Insulin zu gefährlich hoher Zuckerkonzentration im Blut kommt, müssen Patienten und Patientinnen ein Leben lang Insulin spritzen.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Ikone Beethoven

Rezeption eines Genies (2). Gestaltung: Andreas Maurer Wie wird man zur Legende? Bereits zu Lebzeiten trugen die neuen Allgemeinen Musikzeitungen zur medialen Inszenierung Ludwig van Beethovens bei, machten ihn zum Genie, Revolutionär und Zauberer in Personalunion. Schnell schien das vorherrschende Vokabular auf diesen Prototypen des romantischen Künstlers nicht mehr anwendbar, die Musikkritik musste sich einer neuen Sprache bedienen: E.T.A. Hoffmann hörte in der 5. Sinfonie etwa jene "unendliche Sehnsucht, die das Wesen der Romantik sei", für Friedrich Nietzsche war die Neunte ein "Evangelium der Weltenharmonie". Neben Testament und Totenmaske trugen auch musikfremde Medien wie Literatur und bildende Kunst zur Ikonenbildung bei. Denn: wurde Beethoven anfangs noch als fühlender Mensch beschrieben, erhob man ihn gegen Ende des Jahrhunderts zum unantastbaren Gott, wie etwa mit der übermenschlichen Beethovenstatue Max Klingers (Wiener Secession 1902). Die Folge: eine Nationalisierung des Komponisten. Man errichtete ihm zu Ehren Denkmäler und feierte Volksfeste. Kanonisiert und monumentalisiert wurde der Musiktitan im Dritten Reich als Speerspitze in den Kampf um die "wahre Musik" ins Feld geführt und ungleich häufiger gespielt als andere deutsche Komponisten - vielleicht bis heute. Kann man Ludwig van Beethoven also überhaupt noch objektiv betrachten? Siegt nicht Deutung über Dokument? Fehlt der kritische Abstand für ein zeitgemäßes Beethoven-Bild? Andreas Maurer hat sich mit der Medienrezeption und der monumentalen Erinnerungskultur die Ludwig van Beethoven bis heute zum weltübergreifenden Mythos machen beschäftigt.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Janis Joplin Grenzgänge einer Rockpionierin Der Blues Feelin" so Black and Blue? Das Kalenderblatt 24.3.1756 Friedrich II. empfiehlt Kartoffeln Von Isabella Arcucci Janis Joplin - Grenzgänge einer Rockpionierin Autorin: Lena Himmler / Regie: Kirsten Böttcher Janis Joplin - mit einer Stimme wie ihrer hatte das Publikum in den späten 1960er-Jahren nicht gerechnet. Sie kann auf der Bühne geradezu explodieren oder in ihren Liedern versinken. Eine Blitzkarriere in nur vier Jahren macht aus einem unangepassten Mädchen von nebenan einen Weltstar. In den 1950er- und 60er-Jahren ist Janis Joplin eine Grenzgängerin. Als weißes Mädchen, das in Zeiten der Rassentrennung im erzkonservativen Texas aufwächst, interessiert sie sich für den afroamerikanischen Blues. Sie ist gegen Rassentrennung, für Gleichberechtigung. Sie entdeckt ihr Talent, Blues zu singen und überträgt es in die Rockmusik. Als eine der ersten Frauen in der Rock-Musik hat sie es nicht leicht, doch die rigiden Geschlechterrollen der Zeit scheinen sie nicht aufzuhalten. In San Francisco lebt sie - genau wie ihre männlichen Kollegen - den wilden Lebensstil "Sex, Drogen und Rock" n" Roll". Doch der Song "Buried Alive in the Blues" von ihrem letzten Album Pearl wird ihr Vermächtnis: 1970 stirbt sie mit nur 27 Jahren an einer Überdosis Heroin. Wie Jimi Hendrix und Jim Morrison wird Janis Joplin zu einer Legende werden. Ihr musikalisches Erbe und ihr Ausdruck von weiblichem Schmerz sollten noch viele Musikerinnen beeinflussen. Der Blues - Feelin" so Black and Blue? Autor: Markus Mähner / Regie: Martin Trauner Er ist die Mutter der Pop- und Rockmusik: Der Blues. Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der Vereinigten Staaten aus afrikanischen, europäischen und karibischen Musikelementen entstanden, tritt der Blues im frühen 20. Jahrhundert seinen Siegeszug durch die gesamte Musikgeschichte an und beeinflusst nicht nur den Jazz, den Rock-n-Roll oder die Soulmusik. Auch Hardrock, HipHop und teils sogar klassische Musik sind von ihm beeinflusst. Doch was macht den Blues eigentlich aus? Muss der Bluesmusiker immer schwarz und männlich sein, alleine und traurig an der Straßenkreuzung mit seiner Gitarre stehen um dort auf den Teufel zu warten, dem er seine Seele verkauft hat? Ist Blues ohne Arbeit auf den Baumwollfeldern des Mississippi-Deltas überhaupt möglich? Oder ist dies eine Vorstellung, die lediglich auf einer Projektion von weißen Europäern beruht? Moderation: Kristina Thiel Redaktion: Nicole Ruchlak und Thomas Morawetz

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

Nur das Leben, das man sich selbst erzählen kann, ist ein sinnvolles. Ein Besuch beim Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel. Feature von Stefan Weber 2011 erhält der heute 85-Jährige den Solothurner Literaturpreis. Er präge das Schweizer Literaturschaffen der Gegenwart wie kein Zweiter, begründet die Jury ihre Entscheidung. Peter Bichsel, der vielfach ausgezeichnete Diagnostiker der schweizerischen Befindlichkeit, wird 1935 in Luzern als Sohn eines Handwerkers geboren. Nach einer schweren Geburt bleibt er die ersten drei Lebensjahre stumm, und ist dann lange Zeit Stotterer und Legastheniker, aber ein Schweiger ist er nicht mehr: "Ich möchte die Dinge um mich herum erkennen, ich glaube, wenn ich sie erkenne, wenn ich sie beim Namen nennen kann, verlieren sie vieles von ihrem Bösen". Der gewesene Schulmeister wird 1964 mit seinen Kürzestgeschichten "Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen" über Nacht berühmt und wird umgehend in die Gruppe 47 aufgenommen. Seitdem schreibt und erzählt er in Kolumnen, Kurzgeschichten und Essays über die Seele des Schweizers, über die inneren Widersprüche der eidgenössischen Behäbigkeit und die Gefahren der direkten Demokratie. Seine Geschichten sind alt, werden immer wieder neu entdeckt, sind Pflichtlektüre in den Schweizer Schulen und Bichsel selbst erzählt immer noch weiter und weiter.

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Die Bahn der Zukunft Neue Konzepte sollen das Zugfahren attraktiver machen Von Martin Reischke Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, sollen sich die Passagierzahlen der Bahn in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Nur: Viele Menschen haben keine Lust, von der Straße auf die Schiene zu wechseln. Als zu umständlich, teuer und unzuverlässig gilt ihnen die Bahn. Konzepte aus den Nachbarländern zeigen, wie die Verkehrswende gelingen könnte. Frankreich etwa setzt auf separate Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen den großen Ballungsräumen. So wird die Bahn auch zeitlich zu einer attraktiven Alternative zum Flugzeug. Die Schweiz dagegen orientiert sich am integralen Taktfahrplan. Statt schneller Punkt-zu-Punkt-Verbindungen gibt es dort Zugverbindungen, die genau miteinander verzahnt sind. Die Strecken sind besser ausgelastet und die Züge pünktlicher als in der Bundesrepublik. Ein Vorbild für die Deutsche Bahn?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Berlin Brooklyn Geschichte eines privaten Wohnungsverkaufs Von Klaus Schirmer RBB 2019 Der Student Gregor S. erwirbt 1999 eine unsanierte Wohnung in Berlin-Friedrichshain: für 65.000 D-Mark. 20 Jahre später braucht er eine hohe Summe für die Scheidung. Schweren Herzens muss er seine Wohnung verkaufen. Aber er will zumindest eine persönliche Sache daraus machen, ohne Makler, ohne Spielchen: Auf Augenhöhe. Der Käufer soll sympathisch sein und seine liebevoll renovierte Wohnung selbst nutzen. Allerdings ist der Immobilienmarkt heißer als Gregor dachte. Weil es fast keine Wohnungen mehr in den begehrten Lagen gibt, werden die Besichtigungen zu einem Casting mit internationaler Besetzung. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 lesenswert Feature

Play Hölderlin. Mehrstimmig. Hölderlin 2020 Von Gerwig Epkes Das Leben Friedrich Hölderlins, wie es sich in persönlichen Dokumenten und Dichtung darstellt. Der Dichter Hölderlin kommt uns als Mensch mit seinen Freuden, Hoffnungen und Enttäuschungen nahe. Auf diese Weise verstellt der hohe Ton seiner Dichtung nicht den Blick auf den Alltag, während er an seinen Dichtungen arbeitete und Briefe an seine Mutter, seine Freunde und seine verehrten literarischen Vorbilder, wie beispielsweise Friedrich Schiller, schrieb. Ein Chor von drei Sprechern übernimmt die Rolle des Friedrich Hölderlin.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Entscheiden über Leben und Tod Helfen als Dilemma Von Bettina Rühl Regie: Thomas Wolfertz Mit: Nina Petri, Bruno Winzen, Sigrid Burkholder Ton: Olaf Dettinger Produktion: WDR 2019 Länge: 48"56 Hilfe im Katastrophenfall, bei Krieg und Hunger - unsere Kultur wirbt für Mitleid und Zuwendung. Was aber, wenn die Not größer ist als die Ressourcen, sie zu bekämpfen? Dann muss entschieden werden, was eigentlich nicht zu entscheiden ist. In der Notfallmedizin und der Katastrophenhilfe muss immer wieder aufs Neue entschieden werden: Wer von den angetroffenen Opfern braucht die Hilfe am dringendsten, welche Schwerverletzten müssen warten? Ärztinnen und Sanitäter werden für solche Entscheidungshilfen eigens trainiert, z.B. zur Methode der Triage. Das moralische Dilemma begegnet uns aber auch in größeren Zusammenhängen. Das Bundesland Baden-Württemberg hat bis 2017 gut 1.000 jesidische Frauen und Kinder zur Behandlung nach Deutschland geholt. Nach welchen Kriterien wurde ausgewählt? Und wie wird die Entscheidung von damals heute bewertet? Bettina Rühl, geboren 1965, ist seit 1988 Hörfunk- und Feature-Autorin mit dem Schwerpunkt Afrika. Seit 2011 lebt sie in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Für ihre Features wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Prix Europa für "Wie Terror entsteht" (WDR 2015), dem Reemtsma Liberty Award für "Der Anführer" (WDR 2012). Sie wurde 2012 mit dem "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" der Leipziger Medienstiftung geehrt. Entscheiden über Leben und Tod

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Nebenan: Aserbaidschan. Ein Land im Umbruch (2) . Gestaltung: Sabine Nikolay Diabetes. Ursachen und Folgen der Zuckerkrankheit (2). Gestaltung: Madeleine Amberger Die Ikone Beethoven. Rezeption eines Genies (2) . Gestaltung: Andreas Maurer

Montag Mittwoch